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Prostataoperation, Laseroperation, Greenlightlaser, Diodenlaser, gutartige Prostatavergrößerung, Prostataadenom, TUR-Prostata.
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TUR-Prostata

Wenn die konservative Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung mit Medikamenten ausgeschöpft ist, so bleibt nur die operative Vorgehensweise. Die am häufigsten durchgeführte und bekannteste Methode ist das „Aushobeln“ der Prostata über die Harnröhre (TUR-Prostata). Dabei wird das Gewebe von innen nach außen mit der elektrischen Schlinge abgetragen.

Dabei kommt es gleich zu Beginn der Operation zur Eröffnung der zum Teil großen Prostatablutgefäße. Somit ist das Risiko eines Blutverlustes abhängig von der Größe der Prostata, der Durchblutung der Prostata, der Operationsdauer und der Erfahrung des Operateurs.

Vergleich einer gesunden mit einer vergrößerten Prostata
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Vergleich einer gesunden mit einer vergrößerten Prostata

Laser

Diodenlaser für die Operation bei der gutartigen Prostatavergrößerung
Diodenlaser

Die Verwendung des gewebeverdampfenden Effekts des Lasers bietet bezüglich der Blutungskontrolle erhebliche Vorteile, da Blutgefäße vor dem Verdampfen „zugeschweißt“ werden. Der häufig eingesetzte Greenlight-Laser (KTP-Laser) wirkt unterschiedlich auf Prostatadrüsengewebe/Blutgefäße und die bindegewebige Gerüststruktur der Prostata. Aus diesem Grund verbleibt eine unregelmäßige Wundoberfläche.

Der Diodenlaser verfügt über eine gleichmäßige Eindringtiefe und hat aufgrund des höheren Abtrageeffekts Vorteile. Tieferliegende Strukturen, wie der für die Erektion verantwortliche Nervenast des Nervus pudendus, werden geschont.

In den USA wird die Laseroperation, bedingt durch ein völlig anders finanziertes Gesundheitssystem, in der Regel aus Kostengründen ambulant durchgeführt. Das geht nur, wenn bei entsprechend kurzer Operationszeit und damit geringer Gewebeabtragung eine möglichst kleine Wundfläche entsteht. Diesem Vorteil für den Patienten, nämlich der ambulanten statt stationären Operation, steht der Nachteil gegenüber, die Operation mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits nach wenigen Jahren wiederholen zu müssen.

Ein grundsätzliches Manko der alleinigen Laseroperation der Prostata ist das Fehlen der Möglichkeit einer Gewebeuntersuchung, da das Prostatagewebe lediglich verdampft wird.

Immerhin zeigen Studien, dass in 5 bis 10% der Operationen der gutartigen Prostatavergrößerung ein bisher unbekannter Prostatakrebs vorliegt, der damit übersehen wird.

Kombinierte Technik

Pathologische Untersuchung bei der gutartigen prostatavergrößerung
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Mehr Sicherheit für den Patienten durch die pathologische Untersuchung

Die von mir seit 2005 durchgeführte Vorgehensweise der Prostataoperation kombiniert beide Methoden. Begonnen wird mit dem Laser (Diodenlaser, Fa. Biolitec), um eine blutungsarme Gewebeabtragung des stärker durchbluteten inneren Anteils der Prostata zu gewährleisten. Im Anschluss wird das kapselnahe Restgewebe mit der elektrischen Schlinge abgetragen und die Wundfläche geglättet. Dieses Gewebe wird vom Pathologen überprüft.

Vorteile für den Patienten

Als Vorteile für den Patienten sind besonders hervorzuheben:

  • Weniger Beschwerden nach dem Eingriff
  • Schnellere Erholung durch kürzere Regenerationszeit
  • Etwaige Blutungen werden auf ein Minimum begrenzt
  • Mehr Sicherheit durch die pathologische Untersuchung

Zusammenfassung

Die sehr guten Erfahrungen mit der kombinierten Vorgehensweise (Laser und TUR-Prostata) haben mich dazu veranlasst, seit 2005 fast ausschließlich diese Methode anzuwenden. Der große Vorteil der Blutungsarmut mit dem Vorteil der Möglichkeit einer feingeweblichen Untersuchung durch den Pathologen führen zu einem größtmöglichen Nutzen für den Patienten.

Um bei der Operation der gutartigen Prostatavergrößerung ein optimales Ergebnis für den Patienten zu erzielen, ist die sichere Beherrschung beider Methoden eine entscheidende Voraussetzung.

Autor: Dr. med. Holger Lange, Facharzt für Urologie, Hirschstr. 31, 70173 Stuttgart
Stand: April 2014

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Kombinierte Operationsmethode bei der gutartigen Prostatavergrößerung mit TUR-Prostata und Laser